Paul Ehrlich
deutscher Mediziner und Forschergeboren: 14. März 1854 in Strehlen/Schlesiengestorben: 20. August 1915 in Bad Homburg vor der Höhe/Taunus 1905 - Ehrenmitglied der Royal Society of Edinburgh 1907 - Geheimer Obermedizinalrat 1908 - Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. 1910 - auswärtiges Mitglied der Royal Society 1911 - Liebig-Denkmünze des Vereins Deutscher Chemiker |
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Paul Ehlich wirkte vor allem als Bakteriologe und Serologe in Berlin und Frankfurt am Main und entdeckte 1909 das erste Antibiotikum.
Nach dem Besuch der Volksschule in Strehlen ging Paul Ehrlich von 1864 bis 1872 auf das Gymnasium in Breslau. Ab studierte 1872 Medizin in Breslau und Straßburg mit einem kurzen Aufenthalt in Freiburg. 1878 wurde Ehrlichs Doktorvater Julius Cohnheim nach Leipzig berufen. Ehrlich folgte ihm und reichte noch im selben Jahr seine Dissertation mit dem Titel Beiträge zur Theorie und Praxis der histologischen Färbung ein.
Zu den herausragenden Ergebnissen dieser Doktorarbeit zählte die Entdeckung einer neuen Zellart. Ehrlich entdeckte im Protoplasma von vermeintlichen Plasmazellen eine Körnung, die sich mit Hilfe basischer Farbstoffe darstellen ließ. Er dachte, dass es sich um einen Zustand guter Ernährung handeln müsse, und nannte die Zellen „Mastzellen“. Ungewöhnlich für eine medizinische Doktorarbeit war der chemische Schwerpunkt: Ehrlich stellte in ihr das gesamte Spektrum der damaligen Färbetechniken und die Chemie der verwendeten Farbstoffe dar.
1885 erschien Ehrlichs Monografie Das Sauerstoff-Bedürfniss des Organismus. Eine farbenanalytische Studie, die er auch als Habilitationsschrift einreichte. Mit ihr führte Ehrlich die neue Technik der Vitalfärbung oder Intravitalfärbung ein. Zu seinen Ergebnissen gehörte, dass Farbstoffe vom lebenden Organismus nur in körniger Form leicht aufgenommen werden. In dieser Arbeit formulierte Ehrlich auch seine forschungsleitende Überzeugung, dass sämtliche Lebensprozesse auf chemisch-physikalische Vorgänge, die in der Zelle stattfinden, zurückzuführen seien.
1889 war er ohne Aussicht auf eine Anstellung und richtete sich daher eine private Praxis und ein kleines Labor in Berlin ein. 1890 wurde er zum außerplanmäßigen Professor an der Friedrich-Wilhelms-Universität ernannt. 1891 holte ihn Robert Koch an sein Berliner Institut für Infektionskrankheiten, wo Ehrlich von 1892 bis 1896 als Nachfolger von Emil Behring besonders an immunologischen Fragen arbeitete. Für das neue Arbeitsfeld wurde 1896 das Institut für Serumforschung und Serumprüfung in Steglitz bei Berlin gegründet, dessen Direktor Ehrlich wurde. Im selben Jahr wurde Ehrlich auch zum Geheimen Medizinalrat ernannt.
Noch in seinem privaten Laboratorium hatte Ehrlich erste Experimente zur Immunisierung begonnen. Nach der Verfütterung von kleinen, aber steigenden Dosen Ricin stellte er fest, dass die Mäuse „ricinfest“ geworden waren. Ehrlich interpretierte das 1891 als Immunisierung mit „Antiricin“.
1899 wurde sein Institut nach Frankfurt am Main verlegt und in (Königliches) Institut für experimentelle Therapie umbenannt. Ehrlich zog mit dem Institut nach Frankfurt.
Von 1911 bis zu seinem Tod war Ehrlich Mitglied des Senats der neu gegründeten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft.

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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 16.09. 2026