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Tellurwasserstoff

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahr
H- und P-Sätze H:
  • Extrem entzündbares Gas.
  • Enthält Gas unter Druck; kann bei Erwärmung explodieren.
  • Lebensgefahr bei Einatmen.
P:
  • Von Hitze, heißen Oberflächen, Funken, offenen Flammen und anderen Zündquellen fernhalten. Nicht rauchen.
  • Staub / Rauch / Gas / Nebel / Dampf / Aerosol nicht einatmen.
  • [Bei unzureichender Belüftung] Atemschutz tragen.
  • Bei Einatmen: Die Person an die frische Luft bringen und für ungehinderte Atmung sorgen. Sofort Giftinformationszentrum, Arzt oder … anrufen.
[1]

Tellurwasserstoff (auch Monotellan) ist eine chemische Verbindung aus Tellur und Wasserstoff. Es ist ein hochgiftiges, sehr unangenehm riechendes[2], leicht kondensierbares Gas dar, das schwerer als Luft ist.

Strukturformel
Struktur von Tellurwasserstoff
Allgemeines
Name Tellurwasserstoff
Andere Namen
  • Monotellan
  • Hydrogentellurid
  • Tellurhydrid
Summenformel H2Te
Kurzbeschreibung farbloses Gas mit stechendem Geruch[1]
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 7783-09-7
EG-Nummer 231-981-5
ECHA-InfoCard 100.029.073
PubChem 21765
Eigenschaften
Molare Masse 129,62 g/mol
Aggregatzustand gasförmig
Dichte 5,76 kg/m3 (0 °C)[1]
Schmelzpunkt −49 °C[1]
Siedepunkt −1,25 °C[1]

Gewinnung und Darstellung

Es entsteht durch elektrolytische Reduktion von Tellur an der Kathode in 50%iger Schwefelsäure oder durch Protolyse salzartiger Telluride in Säuren, wie beispielsweise bei der Umsetzung von Aluminiumtellurid mit Salzsäure:[3]

{\displaystyle \mathrm {Al_{2}Te_{3}+6\ HCl\rightarrow 3\ H_{2}Te+2\ AlCl_{3}} }

Eigenschaften

Tellurwasserstoff riecht ähnlich unangenehm knoblauchartig[4] wie Arsenwasserstoff und entfaltet eine Giftwirkung auf das zentrale Nervensystem und die Atemwege. Das Gas ist leicht in Wasser löslich, zersetzt sich an der Luft und verbrennt mit bläulicher Flamme zu Tellurdioxid und Wasser.[5] In Wasser bildet sich die mittelstarke und durch Oxidation unbeständige Tellurwasserstoffsäure. Die Dissoziationskonstanten pKs1 und pKs2 betragen 2,64 und 8,80.[6]

Tellurwasserstoff zersetzt sich langsam in seine Elemente.[7] Schon durch den Sauerstoff in der Luft wird die Verbindung zu elementarem Tellur und Wasser oxidiert.[2][5] Tellurwasserstoff ist noch instabiler als Selenwasserstoff.[8]

Strukturdarstellung von Tellurwasserstoff

Tellurwasserstoff ist gewinkelt aufgebaut (Bindungswinkel 89,5°), die Bindungslänge Te–H beträgt jeweils 169 pm.[9]


Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hochspringen nach: a b c d e f Eintrag zu Tellurwasserstoff in der GESTIS-Stoffdatenbank des Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, abgerufen am 05. Januar 2026. (JavaScript erforderlich)
  2. Hochspringen nach: a b Tellurwasserstoff - Lexikon der Chemie. In: Spektrum.de. Abgerufen am 05. Januar 2026.
  3. G. Brauer (Hrsg.): Handbook of Preparative Inorganic Chemistry, 2nd ed., vol. 1, Academic Press 1963, S. 439–441.
  4. Wolfgang Legrum: Riechstoffe, zwischen Gestank und Duft, Vieweg + Teubner Verlag (2011) S. 74, ISBN 978-3-8348-1245-2.
  5. Hochspringen nach: a b Otto Schmitz-Dumont: Elemente der Sechsten Gruppe: Sauerstoff · Schwefel · Selen · Tellur Chrom · Molybdän · Wolfram · Uran. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-28788-0.
  6. D'Ans-Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker, 4. Auflage, Band 3, Springer Verlag 1998, ISBN 3-540-60035-3.
  7. 63. Metalle: Chemische Eigenschaften und Toxizität. Encyclopedia of Occupicational Health & Safety, abgerufen am 05. Januar 2026.
  8. Alfons Klemenc: Anorganische Chemie auf physikalisch-chemischer Grundlage. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-7091-7793-8.
  9. A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 627.
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Basierend auf einem Artikel in: Extern Wikipedia.de
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 05.01. 2026